Lästermäuler behaupten ja, man könne sich den eigenen Fuß in den Mund stecken und wüsste, wie Tempeh schmeckt. Dazu kann ich nur sagen: Danke Ignoranz, bleibt mehr Tempeh für uns!
Und während mehr Tempeh auf jeden Fall guter Tempeh ist, ist mehr richtig guter Tempeh einfach noch besser. Diese unheimlich tolle Weisheit haben wir in den letzten Wochen und Monaten gelernt, in denen wir die Laborbrillen herausgekramt und uns mit der Tempeh-Herstellung beschäftigt haben.
Das mit dem DIY-Tempeh hat auch (beinahe) auf Anhieb geklappt und die kiloweise mit Pilzkulturen geimpften und gereiften Sojabohnen landeten natürlich auf dem Teller (meist in Form von unserem Bami Goreng, von dem wir nicht genug bekommen können). Wir haben seit dem Sommer wohl mehr Tempeh gefuttert, als in den letzten 10 Jahren! Und glücklicherweise schmeckten die (meisten, es hat eben doch nicht ganz auf Anhieb geklappt) Tempehblöcke auch. Sehr gut sogar. Seeehr gut! Riecht’s hier irgendwie? Muss der Tempeh sein, ich verliere mich hier doch nicht in Eigenlob-Tiraden.
Lass mich dich mal kurz abholen, falls du bisher noch keine Berührung mit Tempeh hattest – sei es aus Angst oder aus Respekt vor dem meist etwas hohen Preisschild auf der Packung.
Tempeh kommt aus Indonesien und wird traditionell aus Sojabohnen hergestellt. Im Gegensatz zu Tofu, der aus Sojamilch gewonnen wird, werden diese im Ganzen zur Herstellung verwendet und so stecken in Tempeh weitaus mehr Nähr- und Ballaststoffe. Mit knappen 20 % Eiweiß könnte Tempeh damit in Zukunft deine finale Endgegner-Antwort auf die immer wieder gestellte Frage sein, woher Veganer denn ihr Protein bekommen.
Die vorher gekochten Bohnen werden mit Pilzkulturen geimpft, klassisch in Bananenblätter verpackt und dürfen dann im indonesischen Klima 24-48 Stunden reifen. In dieser Zeit macht sich der Pilz zwischen, auf und in den Bohnen breit, die das ziemlich gut finden und sich zum Dank besser verdauen lassen. Heraus kommt ein bissfester Block Tempeh, der jetzt – vorher mariniert oder einfach so – gebraten, gedämpft, geräuchert oder frittiert wird und dann bombastisch gut schmeckt.
Wie? Das ist tatsächlich schwer zu beschreiben. Irgendwie nussig. Aromatisch würzig, aber trotzdem mild. Ist auch kein Wunder, denn wie in jedem anderen Fermentationsprodukt steckt auch in Tempeh eine Portion Umami. Nach Füßen? Wer das behauptet, ist raus.
Aber ja, das supergesunde Sojabohnen-Pilz-Paket kann unterschiedlich schmecken und wie auch bei Edelschimmelkäse kommt auch ein gewisses Pilzaroma durch. Und wer würde schon behaupten, (veganer) Camembert schmeckt nicht?
Nun haben die meisten Leute – und darüber habe ich mich schon in unserem Fermentations-Special ausgelassen – über die Jahre ja ziemlich verlernt, mit Lebensmitteln umzugehen, die in irgendeiner Art und Weise reifen müssen.
OMG, und was, wenn sich nun Schimmel bildet?
Sieht das noch genießbar aus? Ich finde nicht, dass das noch genießbar aussieht. Wer kann mir sagen, ob das noch genießbar aussieht? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das genießbar aussieht.
Wie muss das riechen? Ich brauche exakte Instruktionen!
Und so wird das auch der Grund sein, warum kaum jemand Tempeh selbst herstellt. Hat mit Pilzen zu tun, klingt gefährlich, lasse ich lieber.
Um es kurz zu machen: Den eigenen Tempeh herzustellen ist wirklich beinahe schon lächerlich einfach und praktisch idiotensicher. Du brauchst nur Sojabohnen, Essig und die qualitativ hochwertige Pilzkultur, die wir günstig hier bestellen. Und du solltest den Backofen für etwa 36 Stunden in Beschlag nehmen dürfen, ohne dass dir jemand den Kopf abreißt, weil die Lust auf Pizza oder Smashed Potatoes zu groß wird.
Wir machen uns den Koch- und Schälprozess einfach und verwenden direkt halbierte Sojabohnen, die in etwa 45 Minuten gar und dazu noch günstiger sind. Tempeh-Puristen vermissen vielleicht die ganzen Bohnen, uns gefällt die etwas feinere Textur des Ergebnisses sogar besser. Die Schalen lösen sich zu einem großen Teil und können während des Kochens einfach abgeschöpft werden. Du musst hier nicht zu genau arbeiten – ein gewisser Schalenanteil kann auf jeden Fall mitverarbeitet werden. Ich sag’ nur Ballaststoffe.
Die Bohnen werden nun abgegossen, abgetropft und sollten nun möglichst gut trocknen, um Schimmelbildung während des Reifeprozesses zu vermeiden. Wir geben sie dazu zurück in den Kochtopf, stellen diesen auf die noch einigermaßen heiße Herdplatte und rühren ab und zu um. Die Hitze lässt die übrige Feuchtigkeit verdampfen.
Die trockenen Bohnen machen wir nun wieder nass – und zwar mit ein wenig Apfelessig – und lassen sie auf etwa 32 °C abkühlen. Nun kommt der Tempeh-Starter dazu, das Ganze wird noch einmal gut durchgerührt und vermischt und damit wäre die Arbeit fast erledigt.
Die Portionen müssen nur noch zur Reife verpackt werden. Wie schon erwähnt, werden traditionell Bananenblätter verwendet, die wir hier eher selten bekommen. Wir verwenden Frischhaltebeutel mit Zip-Verschluss, die wir vorher flächig alle 2 cm perforieren, um eine Luftzirkulation zu ermöglichen.
Die Beutel werden nun etwa zur Hälfte mit den geimpften Sojabohnen gefüllt, verschlossen, zu „Laibern“ geformt und können so reifen.
An alle Zero Wastler: Kein Grund zum Aufschrei, die Beutel können (gut gewaschen, versteht sich) wiederverwendet werden.
Ergänzung vom 27. April 2021: Mittlerweile lassen wir unseren Tempeh nur noch in Auflaufformen reifen. Die Menge aus dem Rezept verteilen wir in einer Form mit den Maßen 35 x 25 cm und drücken anschließend alles mit einem sauberen Löffel gleichmäßig glatt auf etwa 3 cm Dicke. Eine weitere Form dient als Abdeckung, die wir während des Reifeprozesses hin und wieder abnehmen, damit allzu feuchte Luft entweichen kann. Ansonsten ändert sich am Prozess nichts, heraus kommt ein wunderbar gleichmäßig vom Pilz durchzogener Tempeh-Kuchen.
Tempeh mag das subtropische Klima seines Herkunftslandes und so sollten wir dem Pilz auch ähnliche Verhältnisse schaffen. Das funktioniert am besten im Backofen und mithilfe einer ganz profanen Wärmflasche.
Diese legen wir auf den Ofenboden, ein einfaches Gitter kommt auf die mittlere Schiene und darauf darf es sich der Tempeh nun für etwa 36 Stunden bequem machen. Die Ofentüre halten wir mit Hilfe eines Essstäbchens einen kleinen Spalt offen, damit Luft zirkulieren kann und die Wärmflasche wird etwa alle 12 Stunden ausgetauscht, um die Temperatur im Ofen zwischen etwa 30 und 34 °C zu halten. Wir prüfen das mit einem ganz einfachen Raumthermometer. Ein paar Grad hin oder her stellt im Regelfall kein Problem dar, die Reifezeit verlängert oder verkürzt sich so jedoch.
Das war’s schon, deine Arbeit ist getan. Gratulation, du dürftest in eineinhalb Tagen deinen ersten Tempeh in den Händen halten können, denn viel schiefgehen kann eigentlich nicht mehr.
Trotzdem gebe ich dir zwei tl;dr-Listen auf den Weg mit.
Auf was du achten solltest
- Die gekochten Bohnen sollten gut trocknen. Tupfst du sie mit einem Küchentuch ab, sollte das nicht mehr durchfeuchten.
- Die Bohnen müssen vor dem Impfen auf etwa 32 °C abkühlen.
- Benutzt du Frischhaltebeutel musst du auf gute Belüftung achten, also pikse lieber ein paar Löcher mehr hinein, als zu wenige.
- Die Temperatur im Backofen bzw. Inkubator sollte zumindest in den ersten 12 Stunden relativ konstant zwischen 30 und 34 °C liegen. Nach etwa 12 Stunden erzeugt der Pilz selbst Wärme.
- Wenn der Tempeh gleichmäßig mit dem weißlichen Pilz überzogen ist, ist er fertig.
Gute Zeichen, schlechte Zeichen
- Graue oder gar schwarze Stellen, insbesondere um die Luftlöcher sind kein Grund zur Beunruhigung. Der ausgewachsene Pilz wird einfach dunkel, der Tempeh wurde also zu lange gereift. Im Regelfall ist er noch genießbar.
- Rötliche, leicht schleimige Stellen hingegen sind ein Zeichen dafür, dass zu wenig Luft an den Tempeh kam oder die Bohnen zu nass waren. Bitte entsorgen und neu beginnen.
- Vertrau’ deiner Nase. Guter Tempeh riecht nussig, ein wenig nach Champignons. Schlechter Tempeh riecht scharf nach Ammoniak oder modrig.
Was mache ich jetzt mit den 10 kg Tempeh, die ich gerade „geerntet“ habe?
Tempeh ist extrem easy zu handeln. Frisch hält er sich im Kühlschrank etwa 3-4 Tage, im Tiefkühlfach etwa 6 Monate. Du kannst die Laiber auch pasteurisieren, dann hält er sich auch im Kühlschrank etwa 10-14 Tage. Dazu wird der Tempeh (selbstverständlich ohne die “Verpackung”) entweder im Backofen bei 100 °C 20 Minuten gebacken oder im Wasserbad gekocht und anschließend gut abgetropft, bevor er gut verschlossen in den Kühlschrank wandert. Theoretisch sollte auch das Räuchern funktionieren, wir geben Bescheid, wenn wir das getestet haben.
Der selbstgemachte Tempeh sollte vor dem Verzehr gegart werden, ganz frisch kannst du auch so probieren. Manche schwören darauf, den Tempeh auch vor dem Braten kurz zu blanchieren, wir verzichten auf den Schritt und werfen ihn mariniert oder unmariniert direkt in die Pfanne.
Aber natürlich solltest du deinen frischen Tempeh als allererstes mal genießen. Zum Beispiel als Saté-Spieße mit selbst gemachtem Erdnuss-Dip, im Bami Goreng oder einfach scharf angebraten zusammen mit Kichererbsensalat auf den besten Stullen der Welt.
Also, worauf wartest du noch? Du hast doch nicht etwa immer noch Angst vor den Pilzsporen? Ran an die Bohnen und falls du Fragen hast, ab in die Kommentare damit.
Selbstgemachter Tempeh
- 500 g Sojabohnenhälften
- 5 EL Apfelessig
- 1 TL Tempeh-Starter
- Sojabohnen in der vierfachen Menge Wasser aufkochen und anschließend bei mittlerer Hitze 45-60 Minuten köcheln lassen, bis sie gar sind und noch einen leichten Biss haben.
- Bohnen abgießen und gut abtropfen lassen. Zurück in den Topf geben und auf die noch heiße Herdplatte stellen. Ab und zu umrühren, bis die überschüssige Feuchtigkeit verdampft ist.
- Essig unterrühren und die Bohnen auf 32 °C abkühlen lassen. Anschließend die Tempeh-Kultur unterrühren.
- Reifebehälter vorbereiten. Dazu zum Beispiel Frischhaltebeutel mit etwa 1 l Fassungsvermögen verwenden und flächendeckend alle 2 cm Löcher hineinpiksen.
- Etwa bis zur Hälfte mit Bohnen füllen, zu kompakten Laibern formen und die Beutel durch strammes Umfalten verschließen.
- Bei 30-34 °C für 24-48 Stunden reifen lassen, bis der Tempeh gleichmäßig mit dem weißen Pilz überzogen ist. Wir verwenden dazu den Backofen mit angeschaltetem Licht und eine Wärmflasche, die etwa alle 12 Stunden frisch mit heißem Wasser befüllt wird. Die Ofentür wird mit Hilfe eines Essstäbchens einen Spalt offen gelassen.
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344 comments
Hey, ich habe was cooles entdeckt beim Tempeh machen:
Ich kaufe mir immer mal wieder Soja-Joghurt und da habe ich mir gedacht, die Plastikbecher könnten doch für die Tempeh-Produktion Verwendung finden.
Gesagt, getan. Ich habe mal ein Becher versuchsweise mit einer dicken Nadel perforiert und die ungereifte Tempehmasse hineingefüllt und siehe da nach weniger als 2 Tagen ein wunderschöner becherförmiger Tempeh :D.
Ist echt super!!
Hi Lucas!
Auch eine coole Idee. Werden wir ausprobieren, wenn ein paar leere Becher zusammengekommen sind. 🙂
Danke und liebe Grüße
Jörg
Hallo, ich habe gerade alle Zutaten bestellt und werde das Rezept bald ausprobieren. Ich bin total begeistert von euren Rezepten….
Tausend Dank liebe Daniela! Viel Spaß mit dem ersten eigenen Tempeh ☺️
Liebst,
Nadine
Wow! Was für ein ausführlicher Beitrag! Sehr interessant und ich liebe eure Art zu Schreiben einfach sehr! Auf das Rezept komme ich auf jeden Fall zurück! Das muss ich versuchen 😍
Hallo Jörg,
Ich habe soeben meinen zweiten ersten Versuch gestartet selbst Tempeh herzustellen. Beim ersten Versuch waren es Sojabohnen. Da hat sich nach 3 Tagen immer noch nur Stellenweise etwas entwickelt. Meine Lösung war, dass es wohl zu heiss gehalten wurde. Nun beim zweiten Versuch sind es Kidneybohnen und schwarze Bohnen. Die Temperatur kann ich diesmal gut halten. Heute ist der dritte Tag und es hat sich größtenteils ein pelziger Pilz gebildet. Mit dem Geruch bin ich mir nicht ganz sicher. Es kommt mir so rauchig vor, mein Freund sagt es riecht moderig. Wenn ich mir Bilder von anderen Selbstversuchen ansehe, kommt mein Tempeh dem nicht wirklich nahe, weil eben die Pilzschicht ganz anders aussieht.
Hi Else,
dazu können wir jetzt leider, wie du verstehen wirst, nicht wirklich eine sinnvolle Aussage treffen. Als rauchig oder gar moderig würden wir den Geruch aber nicht bezeichnen – eher frisch, leicht nussig und nach Pilzen. So ein bisschen wie bei frischen Champignons 😉 Genau, zu hohe Hitze tötet den Pilz ab und es könnte sich lückenhaft entwickeln. Probier’ es doch zunächst noch mal mit Sojabohnen, wie im Rezept beschrieben. Wenn dann alles gut klappt, kannst du ja mit anderen Bohnen weiter experimentieren.
LG,
Nadine
Hallöchen,
Ist eigentlich schonmal jemand auf die Idee gekommen, Seitan mit Gewürzen zu pürieren und anschließend im Kühlschrank reifen zu lassen? Als Camembert?
Ich hab das eben getan. Er steht jetzt kühl und hoffe, dass sich der Schimmel wieder außen bildet. Bin mir nur unsicher, ob die Reifezeit mit der Haltbarkeit einhergeht.
So oder so: Ich hatte eine Scheibe Brot mit dem Aufstrich und es war phänomenal.
Hi Phil!
Das klingt sehr spannend. Würdest du uns auf dem Laufenden halten und auch gerne mal Bilder durchschicken? Das wäre genial. Schreibe uns gerne über unser Kontaktformular.
Liebe Grüße
Jörg
Mache ich. 👍
Oh, na das ist bei mir erstmal in die Hose gegangen… Ich habe es nicht geschafft, mit der von euch beschriebenen Technik die Temperatur halbwegs konstant zu halten. Nach Erneuerung der Wärmflasche ist die gleich viel zu hoch gestiegen (mind. 40°, weiter geht mein Thermometer nicht) und nach nur 2 Stunden war sie schon auf 28° abgekühlt… Da muß ich mir was anderes einfallen lassen, oder habt ihr eine Idee? Jedenfalls haben die Pilze die zu hohe Temperatur wohl nicht überlebt, und am 2. Tag war alles grau-schwarz verschimmelt… :-/
Die Idee, Tempeh selber zu machen finde ich aber so toll, daß ich sogar mit dem Gedanken spiele, mir einen Inkubator zu leisten. Mal sehen. Erst überlege ich mir mal, ob ich die Temperatur nicht anders konstant halten kann. 🙂
Danke auf jeden Fall für die tolle Anregung!
Hallo liebe Mary,
du kannst ein bisschen mit der Position der Wärmflasche experimentieren. Wir packen sie auf den Boden des Ofens, die Tempeh-Päckchen auf einen Gitterrost und den schieben wir in die Mitte des Ofens.
Und dann schau einfach, wie der Tempeh aussieht und nimm ihn aus dem “Makeshift Inkubator”, sobald er gut aussieht. Du musst ihn nicht die vollen 48 Stunden in der Wärme lassen. 🙂
Liebe Grüße
Jörg
Hey Mary, also ich hab den Ofen einfach so lang ganz niedrig eingeschaltet gelassen (mit Wärmflasche hatte bei mir eben auch nicht funktioniert). Verbraucht zwar Strom, aber hey, ist total niedrig eingestellt und wenn man (nach dem ersten Test) ne größere Menge Tempeh herstellt und einfriert, lohnt sich das auch. Nur so als Tipp 🙂
Danke für die Tipps! Ich glaube, ich werde mal ein bißchen mit dem Ofen und _ohne_ Tempeh rumexperimentieren, und am Wochenende gehe ich dann in die zweite Runde 🙂
grau schwarz ‘verschimmelt’sieht ünerreifer Tempeh aus, da die Pilzsporen beim reifen schwarz werden.
Wenn er dann noch nach Champions und nicht nach Amoniak riecht, hast du ihn einfach nur zu lange in der Röhre gelassen er er hat sich pudelwohl gefühlt.
Probier es nochmal, ich denk du warst schon auf dem richtigen Weg.
hm, ich bin mir nicht sicher wonach er gerochen hat. Irgendwie nach warmen Sojabohnen… Aber sah schon irgendwie eklig aus. Und das war auch schon nach 24 Stunden. Kann er da denn schon überreif gewesen sein?
Wie ich ja schon im Betrag geschrieben habe und wie Birgid ja auch noch mal versichert hat: Eine dunkle Färbung deuten erstmal nur auf den Reifegrad des Pilzes hin, der Tempeh ist nicht zwangsläufig hinüber. Bei zu hohen Temperaturen oder superfixen Pilzsporen kann der Prozess auch schneller gehen. Schick uns doch mal ein Foto des vermeintlich “verschimmelten” Tempehs rüber 🙂
oh… den hab ich leider schon auf dem Kompost entsorgt… *schäm* Ich versuch’s einfach am WE nochmal und schick euch dann im Zweifelfall ein Foto 🙂
Aaaalso…. Es ist mir nicht gelungen, die Temperatur konstant zu halten. Schwankte zwischen 37/38° und 28° bei Erneuerung der Wärmflasche alle 5 Stunden. Nach 26 Stunden hat der Tempeh begonnen, an den Ecken grau zu werden, weshalb ich den Reifeprozeß dann auch unterbrochen habe. Leider ist der Pilz in den Zwischenräumen noch nicht richtig weiß, eher durchsichtig, und so richtig zusammenhalten tut das Ganze auch nicht. Man kann ihn zwar in Scheiben braten, aber es bröselt an den Seiten ab und man muß aufpassen, daß er beim Wenden nicht völlig auseinanderfällt.
Also essen kann man ihn. Schmeckt sogar recht lecker, wenn auch nicht wirklich nach Tempeh. Überreif sollte er eigentlich nicht sein, denn dann wäre er doch insgesamt fester? Aber wieso wird er dann schon grau? *grübel*
Ich schick Dir mal ein paar Fotos per Mail (die steht sicher irgendwo auf der Seite). Die kann ich nicht hier anhängen oder?
Hallo liebe Mary,
auch wenn es natürlich optimal wäre: super konstant muss die Temperatur gar nicht sein. Auf den Fotos, die du per Mail geschickt hast, sehe ich, dass du ganze Sojabohnen verwendet hast. Hast du diese geschält? Andernfalls kann der Pilz nicht in die einzelnen Bohnen eindringen und der Tempeh kann leicht bröseln, wie du beschreibst.
Hast du denn nach etwa 12 Stunden aufgehört, die Wärmflasche als zusätzliche Wärmequelle mit in den Ofen zu packen, wie beschrieben?
Liebe Grüße
Jörg
Zitat: “Nach etwa 12 Stunden erzeugt der Pilz selbst Wärme”
*Hand gegen die Stirn schlag* jaja, wer lesen kann ist klar im Vorteil! Nein, habe ich natürlich nicht gemacht, sondern schön weiter eingeheizt… und geschält hatte ich die Bohnen auch nicht. Das erklärt einiges.
Prima! Ganz lieben Dank für Deine Hilfe! Dann starte ich am nächsten Wochenende doch ganz optimistisch in Runde Drei 🙂
Bin erst heute auf eure Seite gestoßen, und hab mich richtig “festgelesen”.
Zu der Temperaturfrage bei Tempeh überlege ich mir gerade ob es nicht möglich wäre die konstante Temperatur mit einem Dörrautomaten zu realisieren. Ich denke das könnte funktionieren. Erstens lässt sich an den Dingern die Temperatur einstellen, und zweitens würde vermutlich der notwendige Luftdurchsatz auch gewährleistet werden. Ich werde das demnächst mal ausprobieren
Hallo lieber Horst,
erstmal vielen lieben Dank für das tolle Feedback. Freut uns wirklich sehr.
Aus Mangel an einem Dörrofen haben wir das noch nicht ausprobiert. Aber nachdem mehrere Leser in den Kommentaren geschrieben haben, dass es super funktioniert hat (siehe auch die anderen Kommentare), gebe ich dir hiermit das “Go!”. 🙂
Liebe Grüße
Jörg
Hallo Horst,
hallo liebes Eat-this-Team,
hallo an alle,
wenn ihr auf dem Computer mit Ctrl5 nach dem Wort Dörrautomat sucht (also die Ctrl-Taste & 5 zusammen drücken & das Wort Dörrautomat tippen), dann könnt Ihr mit der Enter-Taste Euch durch die Beiträge hier auf der Seite lesen, in denen Leute Ihre Erfahrungen hier mitgeteilt haben.
Mit meinem (low budget) Dörrautomaten mache ich in der Nicht-Heizperiode seit Jahren regelmässig Nattō. Ich nutze die untere von 2 Wärmestufen (keine Temperatur-Angaben vorhanden) & lasse es solange, bis die Nattō-Reifung sichtbar wird.
Tempeh werde ich genauso versuchen & dann hier berichten.
Bis dahin viel Glück & Spass & nochmals ein Dankeschön an die Betreiber dieser Eat-this-Seite.
Julie
Yeah, es hat funktioniert! Ich kann’s immer noch kaum glauben, aber da isser – wundervoll weiß-überzogener Tempeh 😀 Danke für die Anregung und die Versicherung, dass es idiotensicher ist – sonst hätte ich das nie probiert 😉 Nur eine Frage: Ich finde, mein Tempeh (MEIN Tempeh – hallöchen?!) schmeckt minimal weniger nussig als der gekaufte. Habt ihr ne Ahnung, woran das liegen könnte? Zu lang drin, zu kurz, zu wenig Pilzpulver?
Hallo liebe Nadja,
super, freut mich riesig, dass das Experiment geklappt hat 🙂
Der Geschmack hängt natürlich von einigen Faktoren ab. Sojabohnen, die Fermentationsdauer, das Produkt, mit dem du deinen Tempeh vergleichst – alles Komponenten, die in den Vergleich mit hinein spielen.
Der Tempeh wird etwas nussiger und aromatischer, je länger du den Pilz “wachsen” lässt. Du kannst hier natürlich super experimentieren und warten, bis die Sporen schon etwas dunkel werden. Das deutet ja, wie beschrieben auf die Reife des Pilzes hin.
Liebe Grüße
Jörg
Hey hey ihr zwei,
ich habe heute morgen zwei wunderbare Päckchen Tempeh aus dem Ofen geholt und mich gefreut wie 100 Kinder an Weihnachten.
Nun bin ich etwas verunsichert wie genau man den Tempeh lagert. Einen hab ich ins Gefrierfach, der andere hat es sich im Kühlschrank bequem gemacht. Allerdings war ich etwas ratlos bzgl. der Art und Weise.
Soll man die Tempehs aus den durchlöcherten Beuteln rausholen? Und was dann?
Oder soll man sie in diesen Beuteln im Kühlschrank belassen bzw. darin einfrieren?
Würde mich über eine Antwort freuen, habe Angst, dass ich jetzt nach dem Erfolg noch etwas falsch mache 🙂
Hallo liebe Selina,
wir nehmen die Blöcke aus den gelochten Beuteln (waschen diese, um sie wiederzuverwenden) und packen sie, mit Pergament getrennt, in Tiefkühlboxen. Also alles easy 🙂
Liebe Grüße
Jörg
Danke für das einfache Rezept! Habe von vorgestern Abend auf heute den ersten Block reifen lassen und er ist prima geworden (einen Teil davon habe ich in Chili con Tempeh verarbeitet, was auch klasse schmeckte).
Hab auf Eurer Seite noch einige andere Rezepte gefunden, die umgehend nachgebastelt werden müssen (Camembert und Chorizo für den Anfang), wobei ich eben erst einmal eine Großbestellung für die Zutaten getätigt hab:-) .
Freu mich auf jeden Fall über neue Rezepte von Euch, bin bisher von der Seite begeistert.
Hallo liebe Silke,
super, das freut uns mega. Du hast dir auf jeden Fall schöne DIY-Projekte fürs Wochenende ausgesucht 😉
Liebe Grüße
Jörg
Hi!
Vielen Dank für das Rezept und die gute Anleitung. Mein Tempeh ist soeben fertig geworden und sieht super aus. Ich habe die Pakete für knapp 48 h im Dörrgerät reifen lassen. Probiert wird die Leckerei heute Nachmittag. Ich habe mir direkt 10 kg Sojabohnen bestellt und war erschrocken als das Paket ankam. 10 kg habe ich mir doch etwas kleiner vorgestellt 😀 Naja, jetzt gibt es öfter selbstgemachten Tempeh.
Die Spieße werde ich auch mal machen!
Viele Grüße aus Wolfsburg